Es war einmal... die Geschichte vom Owie

Hallo,

na, seid Ihr überrascht? Heute schon wieder ein "Es war einmal..."-Post... und dann auch noch die Hexe vom Dienst als Märchentante? *hihi* Ungewöhnlich, ich gebe es zu, und sicher auch eine Ausnahme, weil ich ja normalerweise in den "Es war einmal..."-Geschichten eine Hauptrolle habe. Aber ehrlich gesagt, so kurz vor Weihnachten kann man doch auch mal etwas von der Regel abweichen - und ich wollte auch so gerne einmal aus dem Märchenbuch vorlesen. Wo steht denn auch geschrieben, dass wir Hexen und Magier keine Märchen erzählen können... eben!


Also lese ich Euch heute die Geschichte vom Owie vor - die werden einige unserer "älteren" Leser vielleicht noch vom letzten Jahr her kennen. Aber da müsst Ihr dann durch oder notfalls wegklicken, wir finden jedenfalls, Rituale und "Alle Jahre wieder" gehören untrennbar zur Weihnachtszeit dazu. Und der Owie gehört hier bei uns dazu, wobei es eine Geschichte ist, die Birgit irgendwann und irgendwo einmal gehört hat und die nun aus dem nicht mehr ganz so taufrischen Gedächtnis von Birgit *räusper* nacherzählt wird. Los geht's:

Vor langer Zeit, als es noch kein Internet, keine Handies und keine Eurokrise gab, als vieles noch einfacher, aber auch härter war, da gab es weitab von den großen Städten in der bayrischen Bergregion eine kleine Dorfschule, in der die Lehrerin eines Tages mit ihren Schülern das Lied "Stille Nacht" im Unterricht behandelte. Die Kinder hörten begeistert zu und als die Lehrerin ihnen als Hausaufgabe aufgab, ein Bild über den Inhalt dieses Liedes zu malen, gingen die Kinder nach Hause und verblüfften ihre Eltern, weil sie mit Feuereifer und Hingabe die Malstifte rausholten, um ihre Hausaufgabe zu erledigen.

Am nächsten Tag gaben die Kinder ihre Zeichnungen ab und die Lehrerin sah mit Freude die schönen Zeichnungen. Sogar Seppl, sonst eher der Klassenclown und nicht gerade der Musterschüler, hatte sich brav hingesetzt und ein für seine Verhältnisse sehr sauber und sorgfältig gemaltes Bild von der Krippe abgeliefert. Alle Mitwirkenden hatte er liebevoll dargestellt: Die Heilige Familie, Ochs und Esel, die Schafe und die Hirten, die Engel... doch da stutzte die Lehrerin. Vorne links auf dem Bild hatte Seppl einen glatzköpfigen Mann mit Eierkopf hingemalt, der über das ganze runde Gesicht lachte - dieser Mann war offensichtlich kein Hirte und gehörte nun wirklich nicht in die Szene vom Stall in Bethlehem! Also rief die Lehrerin den Seppl zu sich ans Pult und sagte (Sie sprach natürlich bayrischen Dialekt, aber wir geben die hochdeutsche Übersetzung wieder): "Seppl, Du hast da ein wirklich schönes Bild gemalt und Dir sehr viel Mühe gegeben. Aber Du hast einen kleinen Fehler gemacht - dieser Mann hier gehört doch nicht in die Geschichte von der Geburt des Jesuskindes."

Da hat der Seppl die Lehrerin für einen Moment ganz verblüfft angesehen und brachte dann endlich heraus: "Ja, aber... das ist doch der Owie..." Und im Stillen hat er bei sich gedacht, dass es schon ganz schön merkwürdig sei, dass eine kluge Frau wie seine Lehrerin so etwas Dummes von sich geben konnte. Wo sollte denn da ein Fehler sein? Und laut sagte er: "Das haben Sie uns doch gestern beigebracht, in der 3. Strophe wird doch erzählt, wie der Owie lacht, weil er sich so freut, dass das Jesuskind nun geboren ist..."

Und da hat die Lehrerin ihn noch einmal erstaunt angesehen, aber dann hat sie begriffen und dem Seppl über's Haar gestrichen und gesagt: "Da hast Du allerdings vollkommen recht, Seppl. Wie konnte ich nur den Owie übersehen! Und weil Du mich daran erinnert hast, bekommst Du für Dein schönes Bild nun eine Eins mit Sternchen!"

Ja, so in der Art hat sich das damals zugetragen mit dem Owie. Wir BiWuBären haben unseren eigenen Owie, und der strahlt - wie sich das für den Owie gehört - über's ganze Gesicht und steht auf einer von Birgit dekorierten Spieldose, die auch tatsächlich "Stille Nacht" spielt.


Und wenn es dann in der 3. Strophe heißt: "Gottes Sohn, o wie lacht Lieb' aus Deinem göttlichen Mund" - dann denken wir immer an den lachenden Owie, weil es doch irgenwie darum geht an Weihnachten. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass wir uns "Fröhliche Weihnachten", "Merry Christmas", "Joyeux Noel" oder "Feliz Navidad" wünschen, meint Ihr nicht? Da steckt bestimmt der Owie dahinter... *zwinker*

In diesem Sinne wünsche ich Euch Owie-fröhliche Weihnachtstage! Genießt es, die letzten Türchen am Adventskalender aufzumachen, lasst Euch bei den letzten notwendigen Besorgungen nicht stressen und freut Euch auf schöne Tage im Kreise Eurer Lieben!

Liebe Grüße
Eure Magica de Spell